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Warum ich jung Schlaraffe wurde

von Knappe 478 aus der Elberfeldensis

Ich bin 36 Jahre jung und Schlaraffe. Momentan gibt es wenige Mitglieder in meinem Alter. Darum möchte ich im Folgenden kurz erläutern, was mich an unserem Bund begeistert um so noch mehr Altersgenossen zu ermuntern, ebenso beizutreten.

Zugegeben, zunächst kam es mir merkwürdig vor, dass bei den regulären Treffen der Schlaraffia keine Frauen zugelassen sind. Ich machte aber auch die Erfahrung, dass es zumindest gelegentlich angenehm ist, nur unter Geschlechtsgenossen zu sein. Meine Partnerin und gemeinsame Freundinnen bestätigten mir, dass dies auch für sie manchmal unkomplizierter ist. Als Schlaraffen treffen wir uns ja auch nur einmal wöchentlich. Es bleibt also genügend Zeit für einen gemischten Freundeskreis. Zudem ist Schlaraffia keine Seilschaft, in der unter Männern sozusagen „an der gläsernen Decke“ gebaut würde. Geschäftliches ist schließlich tabu. Darüberhinaus zeugt die vielfältige Einbindung unserer Partnerinnen im Verein außerhalb der Sippungen von besonderer Wertschätzung derselben.

Nun zu dem was mich begeistert: bei meiner ersten Sippung fühlte ich mich sofort an den Film „Club der toten Dichter“ erinnert. Dort entfliehen Schüler nächtlich den strengen Regeln ihres Internats um in einer Höhle befreit herumzualbern. Sie rezitieren Gedichte und musizieren unangestrengt heiter im Geiste künstlerischer Freiheit. Ebenso freigeistig und anarchisch ist Schlaraffia. Obgleich es bei uns Regeln und Zeremonien gibt, bilden diese nur den Rahmen für kreative Entfaltung (und gelegentlichen Regelbruch ;-)). All dies geschieht im Geiste der Freundschaft. Jeder wird mit seinen Talenten wertgeschätzt und als Persönlichkeit wahrgenommen ungeachtet seiner profanen Stellung. Dies schafft eine einzigartige Atmosphäre, die es jedem erlaubt sich auszuprobieren. Auf diese Weise entsteht immer wieder eine Art „Lagerfeuerstimmung auf hohem Niveau“, die hilft, all die scheinbaren Wichtigkeiten des Alltags zu vergessen. Da Streitthemen wie Politik und Religion ebenso wie Geschäftliches tabu sind, treffen sich in Schlaraffia Vertreter womöglich konträrer Weltanschauungen mit gutem Willen zur Geselligkeit. Schlaraffia ist idealistisch ohne ideologisch zu sein. Auch wenn das Deutsche als unsere Verkehrssprache dient, ist unser Weltbund international und offen.

So ist Schlaraffia auf eine besondere Weise zeitlos: entgegen der zunehmenden Vereinzelung in der Gesellschaft und der Verrohung öffentlicher, teils virtueller, Kommunikation, steht Schlaraffia als Gemeinschaft von Freigeistern für eine Zivilität und Verbindlichkeit, die ich für bewahrenswert halte. Deswegen bin ich Schlaraffe und hoffe, dass unser Bund mit seinen Idealen der Freundschaft, der Kunst und des Humors noch lange bestehen wird.

Zuletzt noch eine Anmerkung zum gegenwärtigen Altersdurchschnitt der Mitglieder: da unser Spiel dabei hilft, das im positiven Sinne Kindliche in uns wach zu halten, fallen äußerliche Altersunterschiede nicht sonderlich ins Gewicht.

Ich kann also jedem potenziellen Interessenten nur raten, sich einmal unvoreingenommen auf unser wunderbares Spiel einzulassen.

Lulu!

Kn478

 


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Schlaraffia Elberfeldensis e.V., Wuppertal. Designed by Dreamweaver-Templates.net